DAS GEISTLICHE WORT
Es mutet schon merkwürdig an, was Menschen alles anstellen um sich lebendig zu fühlen, um eine innere Leere zu füllen, ihrem Leben Sinn zu geben. Dabei liegt die Quelle zu einem erfüllten Leben greifbar nah: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht.“ (Psalm 36, Vers 9). Kaum verständlich, warum wir uns immer wieder dafür entscheiden die Sonne auszulöschen, um mit einer Laterne weiter zu wandern. Und so wartet der Vater weiter. Auf uns! Herzliche Grüße von Pastor Uwe J. Steinmann
Liebe Gemeinde, Der Vater wartet. Es ist still geworden in seinem großen Haus. Ja, früher, als die Kinder noch klein waren, da war Leben und Lachen und Feiern und Freude. Aber jetzt sind die Kinder groß und haben selber Kinder. Sie haben viel zu viel zu tun. Mit sich selbst. Ihre Familie ist wichtig. Der Opa ist an den Rand gedrängt. Er interessiert nur noch bei besonderen Gelegenheiten. Taufe, Hochzeit, Beerdigung. Vielleicht nochmal an Weihnachten, da ist sein Haus immer so feierlich geschmückt. Da kommen die alten Erinnerungen an die Kindheit hoch. Das ist schön. Das ist romantisch. Unser Vater wartet. Einmal die Woche – mindestens – bereitet er ein kleines Fest vor und lädt seine Kinder – uns – ein ihn zu besuchen, mit ihm zu feiern und Rat und manchmal Trost zu holen. Er freut sich jedes Mal auf uns. Aber wir kommen selten oder nie zu Besuch. Denn wir haben keine Zeit oder einfach keine Lust. Was ist von dem alten Mann schon zu erwarten? Was weiß er schon von unserem Leben? Er ist enttäuscht. Die Gleichgültigkeit seiner Kinder tut ihm weh. Aber liebt er sie deshalb weniger? Keinesfalls! Er wartet weiter, geduldig liebend. Und er hält alles für uns bereit: „Ich will euch die Fülle des Lebens geben.“ Die Tür steht offen. Die Tür zu seinem Haus als vielversprechende Einladung zum Leben. Wie viel erfüllter und glücklicher und gesegneter könnte unser Leben sein, wenn wir uns von ihm leiten und beschenken ließen.